Neale Donald Walsch – von Gott inspiriert

Der US-amerikanische Bestsellerautor Neale Donald Walsch ist Verfasser der „Gespräche mit Gott“-Serie, die auch in Deutschland große Bekanntheit erlangt hat.

Er wuchs im US-Bundesstaat Wisconsin als Sohn einer katholischen Familie auf und fühlte sich schon früh inspiriert von der christlichen Lehre, jedoch oftmals auch befremdet vom katholischen Moral- und Strafsystem. Neben seinem Interesse für theologische Schriften verschiedener Religionen arbeitete er unter anderem als Radiomoderator und Zeitungsredakteur, bevor er in einem Schicksalsjahr all seine Besitztümer verlor, seine Ehe zerbrach und er sich nach einer Halsverletzung als Obdachloser in einem Wohnwagenpark wiederfand.

Wütend und enttäuscht vom Leben begann er seinen Frust in einem Notizbuch aufzuschreiben und rief Gott an, ihm doch zu erklären, warum er das alles ertragen müsse. Zu seiner Überraschung begann auf diese Weise ein schriftlicher Dialog, in dem Gott ihm antwortete. Das Ergebnis dieses seltsamen Schriftwechsels mit seinem inspirierten Selbst publizierte er schließlich als „Gespräche mit Gott – Band 1“. Das Buch wurde ebenso wie die beiden Nachfolgebände ein Weltbestseller und hielt sich für 135 Wochen auf der Bestsellerliste der New York Times. Der Autor wurde so von seinen unglücklichen Lebensumständen befreit und schrieb seither viele weitere Bücher, die meisten davon im Dialogformat mit der Quelle, die er als Gott bezeichnet. Außerdem gründete er mehrere Organisationen, die sich alle der Verbesserung der Welt und ihrer spirituellen Evolution widmen.

Der Gott, den Neale Donald Walsch in seinen Büchern sprechen lässt, bricht mit vielen konservativen Regularien und Lehren der Kirche. Entgegen dem oftmals fordernden Gott der großen Religionen zeichnet er sich dadurch aus, dass er überhaupt keine Erwartungen an die Menschen hat, was im Umkehrschluss bedeutet, dass jeder Mensch völlig frei ist alles zu tun, was er tun möchte. Moralisches Verhalten ergibt sich statt durch Vorgaben aus der spirituellen Verbindung mit der eigenen Seele oder Gott, der nach Walsch mit jedem einzelnen Menschen ständig spricht. Der Mensch ist demnach ein kreatives Wesen, das sich mithilfe seiner Gedanken und Emotionen seine eigene Wirklichkeit erschafft. Die Verbindung mit Gott ist eine co-kreative und keine unterwürfige.

Ob man daran glaubt, dass der Dialogpartner in den Bücher Waschs tatsächlich Gott ist oder nicht – durch seine oft langwierigen Dialoge schafft es der Autor auf erfrischende Weise neue, andersartige und oftmals unangenehme Ideen mit klassischen theologischen Lehren zu verbinden. Vor allem diese Kombination aus Altem und Neuem dürfte viel zu seinem Welterfolg beigetragen haben.

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